Schloss und Park Freyenstein

An der Straße Wittstock-Meyenburg liegt Freyenstein, ein nordbrandenburgisches Ackerbürgerstädtchen, das 1263 erstmals erwähnt wurde. Nach wiederholten Zerstörungen wurde 1287 die Stadt in die strategisch günstigere Dosseniederung an heutiger Stelle verlegt.

Von 1359 bis 1620 war die Stadt im Besitz der Herren von Rohr, in deren Zeit ließ Conrad von Rohr 1556 in dem jetzigen 7.000 qm großen Parkgelände auf den Resten einer ehemaligen Wasserburg das Alte Schloss, eine dreiflügelige Anlage im Stile der Renaissance durch den bekannten italienischen Baumeister Dominikus Parr errichten. Der mehrgeschossige Bau wurde nach antikem Vorbild mit wertvollen Terrakotten aus der Lübecker Werkstatt des Statius von Düren  verziert. Wahrscheinlich wurde der Bau nicht vollendet, war aber bewohnt. Geldnot zwang die Familie von Rohr, ihren Besitz zu veräußern. Der Dreißigjährige Krieg verhinderte weitere Bau- und Werterhaltungsarbeiten, so dass die Anlage dem Verfall preisgegeben war und in Vergessenheit geriet.

Von 1968 – 1981 arbeiteten Freyensteiner Bürger und Betriebe an der Rekonstruktion des Bauwerks und des umliegenden Parks. Der Terrakottaschmuck wurde in der Werkstatt der bekannten Künstlerin Hedwig Bollhagen restauriert. In den Jahren 2006 – 2008 wurden die Wallanlagen und die ursprünglich dreiflüglige Schlossanlage inmitten des Parks restauriert.

Das Neue Schloss aus dem 16. Jahrhundert wurde unter Dietrich von Rohr als „ Festes Haus“ erbaut, d.h. es vereinte  Wehrhaftigkeit und Wohnkomfort.  Als eines der wenigen heute noch erhaltenen herrschaftlichen Häuser aus dem 16. Jahrhundert,  ist das Gebäude ein Baudenkmal von herausragender kulturhistorischer Bedeutung.

Das Gebäude, ursprünglich aus Feldsteinen und Ziegeln errichtet, erfuhr im Laufe der Jahrhunderte immer wieder bauliche Veränderungen. 1565 wurde das Schlossinnere umgestaltet – Keller und Erdgeschoss erhielten neue Gewölbe aus Ziegeln, und es entstand die große Hofstube. Um 1620 – mit Übernahme der Herrschaft in Freyenstein durch die Familie von Winterfeld - wurde  die Wendeltreppe  aus Eichenholz eingebaut, die auch heute noch begehbar ist.

Im 18. Jahrhundert wurde die asymmetrische Anordnung der Fenster  verändert. Nach vielfältigen Nutzungen, auch in der jüngeren Vergangenheit, wird das Neue Schloss gegenwärtig umfassend rekonstruiert und renoviert. Voraussichtlich im Jahre 2016 wird das Gebäude im neuen Glanz erstrahlen und u. a. die Touristinformation und die Schlossbibliothek beherbergen. Die große Hofstube bietet dann mehr als 100 Besuchern Platz für unterschiedliche Veranstaltungen.

Kontakt

16909, Wittstock OT Freyenstein

Website: www.wittstock.de