Klosterkirche in Neuruppin

Die Klosterkirche als einzig erhaltener Teil des ehemaligen Dominikanerklosters wurde in der 1. Hälfte des 13. Jahr­hunderts erbaut. Sie ist eine der ältesten Backsteinhallen in der Mark. Im Jahre 1465 zerstörte ein Brand das Kloster mit allen seinen Gebäuden. Der Wiederaufbau war 1488 beendet. Durch die eingeführte Reformation in der Mark Brandenburg wurde auch in Neuruppin das Klosterleben beendet. Dazu berichtet Fontane über folgende Legende: „Das Innere der Kirche, trotz seiner Inschriften, ist immer noch gerade kahl genug geblieben, um sich der »Maus und Ratte« zu freun, die der den Deckenanstrich ausführende Maler in gewissenhaftem Anschluß an eine halb legendäre Tradition an das Gewölbe gemalt hat. Die Tradition selbst aber ist folgende. Wenige Tage nachdem die Kirche, 1564, dem lutherischen Gottesdienst übergeben worden war, schritten zwei befreundete Geistliche, von denen einer noch zum Kloster hielt, durch das Mittelschiff und disputierten über die Frage des Tages. »Eher wird eine Maus eine Ratte hier über die Wölbung jagen«, rief der Dominikaner, »als daß diese Kirche lutherisch bleibt.«  Dem Lutheraner wurde jede Antwort hierauf erspart; er zeigte nur an die Decke, wo sich das Wunder eben vollzog. Unser Sandboden hat nicht allzuviel von solchen Legenden gezeitigt, und so müssen wir das Wenige werthalten, was überhaupt da ist.“

Die gesamte innere Länge der Kirche beträgt 62,5 m, wovon der ungewöhnlich lange Chorraum mit 30,5 m fast die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt. Fontane schreibt: „Die Kloster­kirche ist eine Schöpfung Gebhards von Arnstein, Grafen zu Lindow und Ruppin“. Auf Anordnung des Königs Friedrich Wilhelm III. wurde in den Jahren 1836 – 1841 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel die im gotischen Stil erbaute Klosterkirche restauriert. 1906 – 1907 erhielt die Kirche das neugotische Turmpaar – entgegen dem ursprünglichen Turmverbot der Bettelorden. Einer der Türme kann bestiegen werden und ermöglicht einen unvergleichlichen Blick auf die Wald- und Seenlandschaft.

Neben der Klosterkirche, an der alten Stadtmauer, steht die auf ein Alter von über 700 Jahren geschätzte gewaltige Wichmannlinde, eine der ältesten Naturdenkmale im Kreisgebiet.

Nahe der Klosterkirche befinden sich die Kasernenstubenhäuser, die Fontane in seinen Wanderungen beschreibt. Diese Häuser wurden 1740 in der Erich-Mühsam-Straße und in der Bergstraße für verheiratete Soldaten errichtet. An dieser Stelle befanden sich vor dem Bau der Kasernenstubenhäuser die Gärten des Dominikanerklosters.

Kontakt

Niemöllerplatz, 16816, Neuruppin