Museumsschloss Rheinsberg

Das Schloss war in alten Tagen ein gotischer Bau mit Turm und Giebeldach. Es besteht aus einem Mittelstück (corps de logis) und zwei durch eine Kolonnade verbundenen Seitenflügeln. In Front der See. Mehr eine Eigentümlichkeit als eine Schönheit bilden ein paar abgestumpfte Rundtürme, die sich an die Giebel der Seitenflügel anlehnen und deren einem es vorbehalten war, zu besonderer Berühmtheit zu gelangen“, schildert Fontane in seinen Wanderungen.

Friedrich der Große verbrachte in Rheinsberg (von 1736 bis 1740) als Kronprinz seine glücklichste Zeit, was er kurz vor seinem Tode bekundete. Ein Brief, den Friedrich am 24. März 1737 an Grumbkow schrieb, bestätigt seine Bekundung: „Ich kehre jetzt nach Rheinsberg zurück; es ist mein Sanssouci. Glücklich, wer ohne Ehrgeiz seine Tage an einer Stätte beschließen kann, wo man nur Ruhe kennt, die Blumen des Lebens pflückt und die kurze Zeit genießt, die uns auf Erden beschieden ist!".

Sein Vater, Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig), erwarb 1734 die Rheinsberger Herrschaft und ließ das Ensemble aus Schloss und Parkanlage von Knobelsdorff, Pesne, Glume und Sello weitestgehend umgestalten. 1740 folgte Kronprinz Friedrich seinem Vater auf den Thron und ließ sich in Potsdam sein Sanssouci bauen. 1744 schenkte Friedrich II. die Herrschaft Rheinsberg seinem Bruder Prinz Heinrich, der sich hier einen Musenhof von europäischem Rang einrichtete und bis zu seinem Tode im Jahre 1802 fünfzig Jahre Schloss, Garten und die Stadt Rheinsberg nachhaltig im Stil des frühen Klassizismus prägte. 

Durch umfangreiche Restaurierungsarbeiten in den vergangenen 25 Jahren, laden nunmehr 40 Schlossräume zum Wandeln auf den Spuren der früheren Bewohner ein. Eine große Besonderheit stellen die hier erhalten gebliebenen fünf Deckengemälde des Hofmalers Antoine Pesne aus der Zeit des Kronprinzen Friedrich dar. Zu bestaunen sind die originalen Dekorationen, die zahlreichen ausgestellten Gemälde sowie die vorhandenen Raumfassungen im Stil des Rokoko und des Frühklassizismus.

Von April bis Oktober steht neben einem Audio-Guide für Erwachsene auch ein spezieller Kinderaudio-Guide, der unterhaltsam die Suche im Schloss nach den engelsgleichen Amoretten unterstützt, zur Verfügung. 

Öffnungszeiten: April – Oktober: Dienstag – Sonntag, 10 – 18 Uhr, November – März: Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr 

Den Obelisk ließ Prinz Heinrich fünf Jahre nach dem Tod seines Bruders Friedrich II. errichten. Er wurde zur Erinnerung an die „preußischen Helden des Siebenjährigen Krieges“ geschaffen und am 4. Juli 1791 eingeweiht. 28 Helden hat Prinz Heinrich ausgewählt und „jeder Name steht in einem Medaillon und ist von einer kurzen, in französischer Sprache abgefaßten Charakteristik begleitet“, erzählt Fontane in seinen Wanderungen. 

Nahe dem Heckentheater, im Park des Schlosses, befindet sich das „Grabmahl des Prinzen Heinrich“. Fontane: „Es besteht aus einer Pyramide von Backstein, um die sich ein schlichtes Eisengitter zieht.“ Und weiter: „Wo früher der Eingang war, befindet sich jetzt eine große Steintafel mit der von Prinz Heinrich selbst verfaßten Grabschrift“.

Kontakt

Schloss Rheinsberg, 16831, Rheinsberg

Telefon: 033931 726-0
Website: www.spsg.de
E-Mail: schloss-rheinsberg@spsg.de