Kronprinz Friedrich

Am Wall“- Das Haus des Kronprinzen befand sich zwischen der Rosen– und Prinzenstraße (heute Robert-Koch-Straße). Nahe seinem Haus hatte der Kronprinz auch einen Garten, der zwischen seinem Haus und seiner geschaffenen Pforte lag. Zur so genannten Prinzenpforte schreibt Fontane: „Zwischen dem Hause und der Stadtmauer liegt ein Gärtchen. Wir passieren es und stehen vor der auf den ‚Wall’ hinaus führenden Mauerpforte, die der Kronprinz allabendlich benutzte, wenn er nach dem Dienst und der Arbeit des Tages sich erhob, um im ‚Tempel’ den oben genannten Freundes- und Offizierskreis um sich her zu versammeln“. Die Stadtmauer mit der Prinzenpforte befindet sich zwischen Rosen- und Scharländerstraße, auf der Kommunikation.

Hinter der Stadtmauer befindet sich der Wall, den Fontane mehrfach in seinen Wanderungen erwähnt: „Um die Stadt her, zwischen dem Rheinsberger und dem Tempeltor, zieht sich der mehrgenannte ‚Wall’, ein Überrest mittelalterlicher Befestigungen, jetzt eine mit alten Eichen und jungem Nachwuchs dicht bestandene Promenade der Ruppiner“. Und weiter: „Ein Sonntag ist’s, und über die Feldwege hin ziehen geputzte Menschen; die Kinder verlaufen sich in den Stoppelacker, um die letzten Blumen zu pflücken, und von rechts her, wo ein Gasthaus unter Linden steht, klingen heitere Klänge herüber. Musik! Und siehe da, die Kinder auf dem Acker hören mit Blumenpflücken auf und beginnen sich im Ringelreihen zu drehn. Die Sonne glüht noch einmal auf, Sommerfäden ziehen, und ein gelbes Platanenblatt fällt leis und langsam vor mich nieder. Wie still, wie schön! Du ‚Park am Wall’, welche beneidenswerte Stätte, darauf zu ruhn!“, gibt Fontane seine Begegnung im Herbst mit dem Wall in Neuruppin eindrucksvoll wieder.

Die Ausbildung seines Regiments und die Verschönerung der Stadt“, waren lt. Fontane nachweisbar die Ansprüche des Kronprinzen: „Daß Ruppin bis diesen Augenblick sich seines „Walls“, eines prächtigen, mit schönen und zum Teil sehr alten Bäumen bepflanzten Promenadenweges erfreut, ist des Kronprinzen Verdienst.“ Denn er hielt seit seinem Aufenthalt in Neuruppin die Abtragung der Wälle zurück und sorgte dafür, dass „vielerlei Sorten Bäume“ wieder angepflanzt wurden. 

Kontakt

Wall, 16816, Neuruppin