Schlacht bei Fehrbellin

Preußens Aufstieg zu einer europäischen Großmacht – die Schlacht bei Fehrbellin - Seit König Gustav Adolf (1594-1632) galt die schwedische Armee als unschlagbar. Dieser Nimbus der Schweden, die zahlenmäßig weit überlegen waren, endete mit dem Sieg der Brandenburger unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg in der Schlacht bei Fehrbellin am 18. Juni 1675. Diese Schlacht legte den Grundstein für Preußens Aufstieg zu einer europäischen Großmacht: „Hier legten die braven Brandenburger den Grund zur preußischen Größe“ – steht auf dem kleinen Denkmal am Ortseingang von Hakenberg. Auf dem Hakenberger Schlachtfeld lagen 300 gefallene Brandenburger und 2500 tote Schweden. Der schwedische Oberbefehlshaber Wrangel befahl den Rückzug und zog sich zunächst bis Wittstock zurück. Dort kam es am 1. Juli noch zu einem Gefecht mit den nachsetzenden Derfflingerschen Reitern. Auch hier gaben sich die Schweden geschlagen – nun konnten die Schweden nicht wie am 4. Oktober 1636 in der Nähe von Wittstock siegen, als damals in einer blutigen Schlacht schwedische und kaiserlich-sächsische Truppen aufeinander prallten.

Der Schlacht bei Fehrbellin, die am 18. Juni 1675 hier tobte, sind drei Denkmale gewidmet. Das erste und älteste Denkmal am Ortsausgang von Hakenberg Richtung Linum wurde 1800 durch Friedrich Eberhard von Rochow, Grundherr auf Reckahn bei Brandenburg, errichtet und bildet den Eingang zu einer Lindenallee, die dorthin führt, von wo aus der Kurfürst die Schlacht gelenkt haben soll.

Die Umgebung ist schlicht-märkisch, aber nicht fehrbellinisch. Ein Kartoffelfeld schließt das Denkmal ein…“, bemerkt Fontane beim Betrachten des geschichtsträchtigen Ortes.

Er versprach einer „liebenswürdigen Dame“ Blumen vom Schlachtfeld mitzubringen: „Schafgarbe, Winde und Glockenblume war alles, wozu sich die Natur hier zusammenraffte“. An anderer Stelle nun musste Fontane einen Strauß pflücken, den er mit folgenden Zeilen der Dame überreichte:

„Auf der Fehrbelliner Flur
Gab es Blumen am Schlachttag nur. 
Märkische Rosse gewannen die Schlacht, 
Haben das Feld berühmt gemacht. 
Und dies Feld, es zahlt mit Glück 
Alte Schulden in Hafer zurück“.

Auf dem künstlich angelegten Hügel befindet sich das zweite Denkmal, ein Rundturm (Säule) auf einem achteckigen Unterbau mit einem Durchmesser von 6,56 Metern, der über 30 Meter hoch ist und eine Aussichtsgalerie hat, die über eine Wendeltreppe erreichbar ist. Die darauf befindliche vergoldete Viktoria ist 4,15 Meter hoch und ein Bronzeguss aus der bekannten Lauchhammer Hütte. In einer Nische des Turmsockels ist das Porträt des Großen Kurfürsten in Marmor eingelassen, eine Nachbildung der berühmten Büste von Andreas Schlüter. Im Innern des Turmes gelangt der Besucher über eine Wendeltreppe zur Aussichtsgalerie. Von hier oben können die ins Ländchen Bellin schauenden Besucher die Feststellung Theodor Fontanes nachvollziehen, ob es wie damals Kartoffel- und Haferfelder und dazu Schafgarbe, Winde und Glockenblumen zu sehen gibt.

200 Jahre nach der Schlacht wurde hier am 18. Juni 1875 der Grundstein für das große Denkmal gelegt, 1879 wurde es eingeweiht.

Das dritte Denkmal befindet sich in der Stadt Fehrbellin, im Kurfürstenpark. Das überlebensgroße Bronzestandbild des Großen Kurfürsten, geschaffen vom Bildhauer Fritz Schaper, steht auf einem hohen steinernen Sockel und wurde 1902 vom Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Nun hatten die Fehrbelliner endlich ihr Denkmal, was die Hakenberger unter Führung des Kantors August Peters schon viele Jahre vor ihnen aufbauen konnten. Diese Tatsache war Anlass für einen jahrelangen Streit zwischen den Hakenbergern und den Fehrbellinern. Weitere Kurfürstendenkmale stehen u. a. in Bielefeld, Rathenow, Minden, Berlin und Emden.

Kontakt

Am Denkmal 104, 16833 , Hakenberg

Website: www.fehrbellin.de