Kirche in Hakenberg

42 Kugeln der Schlacht von 1675 befinden sich im Hakenberger Kirchturm, Elf Kilogramm wiegt die schwerste und 700 Gramm die leichteste Kugel. In einem Buch wurden die Finder und der genaue Fundort samt Flurstück festgehalten. Ein weiterer Schatz ist das Goldene Buch von Hakenberg, in dem sind 2000 Unterschriften - darunter die von Otto von Bismarck und Theodor Fontane - enthalten. Fontane beschreibt in seinen Wanderungen, wie damals der Jahrestag anlässlich  der Fehrbelliner Schlacht begangen wurde:

An diesem Siegesdenkmal findet alljährlich am 18. Juni, dem Jahrestag der Fehrbelliner Schlacht, eine hübsche Feier statt, die sich ohngefähr aus folgenden Teilen zusammensetzt. Am Morgen des Tages schleppt Müller Conrad sechsunddreißig rostige Kanonenkugeln, die er und seine Väter auf dem Schlachtfelde gefunden haben, an das Denkmal und beginnt die Ausschmückung desselben. Eine Stunde später beleben sich alle Landstraßen, die nach Hakenberg führen, und die Schützengilden von Linum und Fehrbellin, namentlich aber die Schuljugend aller benachbarten Dörfer, von Brunne, Dechtow und Karwesee, kommen von links und rechts herbei und marschieren dem gemeinschaftlichen Sammelplatze, dem Hakenberger Kirchhofe, zu. Hier begrüßt man sich; Prediger und Magistrate stellen sich an die Spitze, und gegen tausend Mann stark, darunter sechshundert Kinder, geht es mit Sang und Klang nach dem Denkmal hinaus. Vor demselben wird Kreis geschlossen, der Hakenberger Geistliche tritt in die Mitte und hält eine kurze Ansprache an die Kinder, worin er sie auffordert, gute Preußen und gute Brandenburger zu sein und, wenn es not tut, an jedem Tag im Jahre so brav und tapfer zu Land und Thron zu stehen, wie am 18. Juni 1675 ihre Väter hier gestanden haben. Dann gibt es ein Hurra und Mützenschwenken, und Musik vorauf, gemeinhin nach den Klängen des „Alten Dessauers“, marschieren nun alt und jung über das eigentliche Schlachtfeld hinweg, jener Hügelreihe zu, die, nach Südosten hin, den ziemlich schmalen Streifen, auf dem gekämpft wurde, begrenzt. Die höchste dieser Hügelkuppen, kahl und unscheinbar und nur im Hintergrunde von einigen Pappeln überragt, heißt der Kurfürstenberg, weil von ihm aus der Kurfürst den Angriff und die Bewegungen der Schlacht leitete. Auf diesem und dem benachbarten Froben-Hügel macht man halt, und unter allerhand Turnerspielen, mit Ringen und Laufen, Springen und Klettern verbringt die Jugend den Tag, bis spät am Nachmittag der Rückzug in die Städte und Dörfer beginnt. Das ist ein Volksfest im besten Sinne des Worts, besser als unsere großstädtischen Festzüge, denen jeder geistige Mittelpunkt (wenn sie ihn jemals hatten) längst abhanden gekommen ist. Es gibt nichts Kläglicheres als die Volkslustbarkeiten unserer Residenzen, als der „Stralauer Fischzug“ und alles, was ihm ähnlich sieht. In unsern kleinen Städten aber steckt noch ein guter und gesunder Rest von Volks- und Kinderfesten, und jeder, der ihnen beiwohnt, wird sich erheitert und gehoben fühlen.“

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Dorfstraße, 16833, Hakenberg