Neustadt (Dosse)

Die Besiedlung im Neustädter Raum liegt weit vor der Stadtgründung im Jahre 1664. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts sind Ansiedlungen bekannt, so wurde auf dem heute als „Amtsfreiheit“ bekannten Gelände eine frühdeutsche Burg errichtet. Die Burg sicherte den Dosse-Übergang der Handelsstraße von Havelberg nach Ruppin. In den Jahren vor der Stadtgründung wechselten häufig die Besitzer: die Bredows, die Quitzows, die Grafen von Ruppin, der Kurfürst, die Winterfelds und die Königsmarcks sind hier zu nennen.

Als der Prinz von Hessen-Homburg 1662 das Amt Neustadt vom Grafen Hans Christoff von Königsmarck erwarb, wurde der Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung geebnet. Fontane schreibt: „…und alles, was Neustadt in diesem Augenblick ist, ist es im Wesentlichen durch Prinz Friedrich von Hessen-Homburg. Er besaß es zweiunddreißig Jahre lang, aber nur sechzehn Jahre (bis 1678) konnte er ihm seine besondere Aufmerksamkeit widmen“. Und weiter: „Wer Kolonisierung studieren will, muß die Geschichte von Mark Brandenburg studieren. Aber wenn die ganze Provinz nach dieser Seite hin ein sehr lehrreiches Beispiel bietet, so bietet vielleicht unser Neustadt von 1662 bis 1666 ein Muster unter den Musterstücken“. Es entstanden eine Eisenhütte, eine Spiegelmanufaktur, eine Papiermühle und eine Ziegelei. Fontane berichtet sehr begeistert in seinen Wanderungen über den Prinzen von Hessen-Homburg: „… die Hessen-Homburgische Zeit ist und bleibt die große Epoche von Neustadt“.

Der Prinz Friedrich von Hessen-Homburg hat nicht nur viel für Neustadt (Dosse) getan, sondern er hat sich kämpferisch für die Brandenburger und somit für die weitere Entwicklung der Mark Brandenburg und Preußens eingesetzt. Bei der Schlacht von Fehrbellin am 18. Juni 1675 verhalf der Prinz den Brandenburgern unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg zum Sieg gegen die Schweden. Fontane schreibt dazu: „… am ‚Tage von Fehrbellin’, führte er die Avantgarde, hing sich mit dieser an die Schweden, brachte sie zum Stehen und wurde so die vorzüglichste Ursache zum Siege über dieselben“.

Fontane schreibt in seinen Wanderungen zur Amtsfreiheit und zum Spiegelberg in Neustadt: „Die Amtsfreiheit, an dem Knie gelegen, das die vom Bahnhofe kommende Straße durch Einmündung in die Hauptstraße bildet, ist dieselbe Lokalität, wo sich früher das Amt befand“, berichtet Fontane. Heute findet man an dieser Stelle den Gedenkstein für den Stadtgründer, ein altes Fachwerkhaus und das Parkhotel. Die zwei alten Bäume, die Fontane in seinen Wanderungen erwähnt, stehen links und rechts hinter dem Gedenkstein.

Der Spiegelberg „ist eine reizend gelegene Vorstadt am andern Ufer der Dosse. Hier war es mutmaßlich, wo der Prinz von Hessen-Homburg jene eingangs erwähnten fünfundzwanzig Familien ansiedelte, die berufen waren, das bis dahin kaum über ein Dorfansehen hinausgewachsene Neustadt in einen Fabrikort umzuwandeln“, schreibt Fontane über den Ort an der Dosse.

Eine Ausstellung zur Geschichte der Ansiedlung der Hugenotten in Neustadt finden Sie im Gaswerk Neustadt.

Kontakt