Museum Neuruppin

Das Museum Neuruppin besitzt eine der ältesten kulturhistorischen Sammlungen Brandenburgs. 1865 als Zieten-Museum am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium begründet, geht es auf die testamentarische Stiftung der Sammlung »naturhistorischer, ethnographischer, namentlich aber vaterländischer Altertümer« des damaligen Landrates Friedrich Graf von Zieten zurück. Fontane berichtet in dem Kapitel „CIVIBUS AEVI FUTURI“ über die Sammlung des »Zieten-Museums«. Zwei Exponate hebt Fontane besonders hervor: einen sogenannten »Kommandostab« und den dreirädrigen »Thors- oder Odins-Wagen«. Der Kommandostab „…ward 1848 auf der Feldmark von Trieplatz gefunden…Dieser bronzene Wagen wurde 1848 beim Frankfurt-Drossener Chausseebau ausgegraben und kam durch Kauf an den damals noch lebenden Grafen Zieten in Wustrau.“

Das Museum Neuruppin feierte im Januar 2015 seine Wiedereröffnung. Das 1790/91 erbaute Noeldechen-Haus wurde um einen modernen Anbau erweitert. Die neueingerichtete Dauerausstellung präsentiert die Stadtgeschichte sowie die Ur- und Frühgeschichte im Ruppiner Land. Sie widmet sich den Neuruppiner Persönlichkeiten Karl Friedrich Schinkel und Theodor Fontane und entführt die Besucher in die bunte Welt der Neuruppiner Bilderbogen, für die Neuruppin einmal international bekannt war. Den besonderen Reiz des Museums machen die Vielfalt seiner Themen, deren Verknüpfung untereinander sowie mit der unmittelbaren Nachbarschaft aus.

Für die Fontane-Liebhaber, die auf den Spuren des Schriftstellers und seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ins Ruppiner Land und nach Neuruppin kommen, ist das Museum ein Schatzkästchen der besonderen Art: Da das Museum als Schausammlung bereits 1865 bestand, fand diese Einzug in das Werk Fontanes. Mehrfach berichtet dieser über besondere Exponate und begegnet ihnen mit dem genauen Blick des Wanderers, der sich der Kulturgeschichte seiner märkischen Heimat nähert. Nachvollziehen lässt sich diese literarische Auseinandersetzung des Schriftstellers mit der Museumssammlung, indem man zuhört: Rund 20 Tonstationen bilden eine „Fontanestrecke“, die sich durch das ganze Haus zieht und einzelne Themen miteinander verbindet. Von der archäologischen Sammlung, die zu Fontanes Zeiten einen hervorragenden Ruf in der damals noch jungen Museumslandschaft hatte, bis zu den Merkwürdigkeiten des Stadtbilds, die beim Blick aus dem Museum auch heute noch offensichtlich sind, eröffnet sich ein breites Fontane-Panorama. Der Tempelgarten – neben Rheinsberg und Sanssouci der eigentlich erste friderizianische Garten – fügt sich nahtlos in den Museumsbesuch ein. Was der kühne Neubau des Museums architektonisch durch Blickbezüge erschließt, wird durch die Dauerausstellung erklärt und vertieft.

Das Museum besitzt eines der größten Bilderbogen-Sammlungen in Europa. Die schablonenkolorierten Lithographien gelten als Vorläufer der illustrierten Zeitungen und waren ein wichtiges Bildmedium des 19. Jahrhunderts. Die Firmen Gustav Kühn, Oehmigke & Riemschneider sowie F. W. Bergemann produzierten zwischen 1810 und 1935 rund 22.000 verschiedene Motive. Blätter zum politischen Weltgeschehen, religiöse Darstellungen, Genrebilder sowie Ausschneidefiguren für Papiertheater, Bastelbogen und Krippenspiele fanden in hohen Auflagen internationalen Absatz.

Der Museumsbesuch geht mit dem Verlassen des Gebäudes weiter. Das Museum bietet vier Themenspaziergänge an. Mit einer App kann der Besucher Neuruppins Geschichte eigenständig erwandern.

Kontakt

August-Bebel-Straße 14/15, 16816 , Neuruppin

Telefon: 03391 3555100
Website: www.museum-neuruppin.de