"Ganzer"

Ganzer, ehemaliger Besitz der Familie Wahlen-Jürgaß, etwa zwei Meilen westlich von dem Zietenschen Wustrau. Beide Familien, die Zieten und die Jürgaß, waren recht eigentlich ruppinsche Geschlechter, seßhafte Leute, die, durch die Jahrhunderte hin, schlicht gelebt und treu gedient und den Boden ihrer Väter in Ehren gehalten hatten“, berichtet Fontane.

Und weiter: „Wir halten vor dem Dorfeingang…, was links liegt, ist alt-Rohrscher, was rechts liegt, alt-Jürgaßscher Besitz….Wir verabschieden uns nun und treten auf die malerische Dorfgasse hinaus. Links vom Wege, von hohen Ulmen und Linden umstellt, schimmern die weißen Wände des alten Rohrschen Herrenhauses (eines weitschichtigen Fachwerkbaus mit schwerfälligen Flügeln und Doppeldach), das halb gemütlich, halb spukhaft dreinblickt, je nach der Stimmung, in der man sich ihm nähert, oder nach der Beleuchtung, die zufällig um die Kronen der alten Ulmen spielt.“

Das Rohrsche Herrenhaus, in der Dorfstraße 20, wurde in den letzten Jahren restauriert. Die Besitzerin, die Künstlerin Kathrin Mason Brown, bietet hier Kunstworkshops und Fontane-Spaziergänge an. Hier im Scheunenatelier der Künstlerin Katrin Mason Brown kann man zu speziellen Anlässen Ausstellungen besuchen. Das Atelier wird auch nach Vereinbarung geöffnet. Freitags (außer in Ferienzeiten) Kunstkurse. In den Sommerferien findet in der Zeit vom 23. Juli – 5. August 2017ein Kinder-Kunst-Camp statt, welches deutschlandweit gebucht werden kann. 

Wer auf Fontanes Spuren wandeln möchte - Von Frühjahr bis Herbst kann der Fontane-Spaziergang gebucht werden, eine Lesung mit schauspielerischen Einlagen (für Gruppen ab 10 Personen) – Ein Geheimtipp unter Fontane-Kennern. 

Das Jürgaßsche Haus und die frühgotische Kirche (heute eine Feldsteinruine), die Fontane in seinen Wanderungen beschreibt, existieren nicht mehr. „…draußen auf dem Kirchhofe, zwischen Blumen und Gräbern, steht ein mächtiges Monument, das nicht einem einzelnen Toten, sondern dem ganzen aus diesem Leben geschiedenen Geschlecht errichtet ist. Die beiden letzten Jürgasse wiesen in ihrem Testament eine bedeutende Summe zur Aufführung desselben an…“. Über die Inschriften auf dem Monument und die Tochter des alten Zieten aus dem Hause Wustrau, „Frau von Jürgass, geborne Zieten“, schreibt Fontane in dem Kapitel „Ganzer“.

Kontakt

Dorfstraße 20, 16845, Ganzer

Telefon: 033974-50088
Website: www.kmb-design.de