Barsikow

Am 23. Juli 1779 bereiste Friedrich II. das Rhin –und Dossebruch. Der Beamte Fromme begleitete den König auf seiner Reise und hat die Konversation mit dem König festgehalten.  In Fontanes Wanderungen, dem Kapitel „An Rhin und Dosse“ können die Ereignisse des Beamten mit dem König nachgelesen werden. Das Dorf Barsikow veranlasste den König, folgende Fragen an Fromme zu stellen: 

König: …Wie heißt das Dorf hier vorn?“
Fromme: „Barsikow.“
König: “Wem gehörts?“
Fromme: “De Herrn von Mütschefall.“
König: „Was ist das für ein Mütschefall?“
Fromme: „Er ist Major gewesen unter dem Regiment, das Ihre Majestät als Kronprinz gehabt haben.“
König: „Mein Gott! Lebt er noch?“
Fromme: „Nein; er ist tot, die Tochter hat das Gut.“
Nun kamen wir ins Dorf Barsikow, wo der Edelhof eingefallen ist.
König: „Hört! Ist das der Edelhof?“
Fromme: „Ja!“
König: „Das sieht ja elend aus! – Hört einmal: den Leuten geht’s hier wohl nicht gut?“
Fromme: „Recht schlecht, Ihro Majestät! Es ist die größte Armut.“
König: „Das ist mir leid! – Sagt mir doch: es wohnte hier vor diesem ein Landrat. Er hatte viele Kinder; könnt ihr Euch nicht auf ihn besinnen?“
Fromme: „Es wird der Landrat von Jürgaß zu Ganzer gewesen sein.“
König: „Ja, ja! Der ist gewesen. Ist er schon tot?“
Fromme: „Ja, Ihro Majestät. Er ist 1771 gestorben, und es war was Besonderes damit: in vierzehn Tagen starb er, seine Frau, die Fräulein und vier Söhne. Die andern vier Söhne mussten dieselbe Krankheit ausstehen, die wie ein hitzig Fieber war, und obwohl die Söhne, weil sie in Diensten waren, in verschiedenen Garnisonen standen und kein Bruder zum anderen kam, so bekamen sie alle viere doch dieselbe Krankheit und kamen nur so eben mit dem Leben davon.“
König: „Das ist ein verzweifelter Umstand gewesen! Wo sind die noch lebenden vier Söhne?“
Fromme: „Einer unter Zieten-Husaren, einer unter den Gensdarmes! Einer ist unter dem Prinz Ferdinandschen Regiment gewesen und wohnt auf dem Gute Dessow. Der vierte ist der Schwiegersohn vom Herrn General von Zieten. Er war Lieutenant beim Zietenschen Regiment; Ihre Majestät haben ihm aber in diesem letzten Kriege, wegen seiner Kränklichkeit, den Abschied gegeben; nun wohnt er in Ganzer.“

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16845, Barsikow