Bassewitz-Sage

Unweit der Kirche, im Zentrum der Stadt, ist das 1879 entstandene Rathaus in Form eines mittelalterlichen Kastells als dreigeschossiger Backsteinbau zu sehen. Hier wird als besonderer Schatz eine reich mit Holzschnitten illustrierte mittelalterliche „Kölner Bibel“ aus dem Jahre 1478 aufbewahrt. Im Sitzungssaal erinnern das Bassewitz-Schwert und in Holz geschnitzte Bildwerke an den Wänden an die berühmte Sage des mecklenburgischen Raubritters Bassewitz: „Der mecklenburgische Raubritter Kurt von Bassewitz drang 1381 in die Prignitz ein, raubte, plünderte und brannte viele Dörfer nieder. Er versuchte auch, die Stadt Kyritz zu erobern. Aber die Bürger verteidigten sich tapfer, so dass der Raubritter mit Schimpf abziehen musste. Diese Niederlage konnte er jedoch nicht ertragen und versuchte es mit seinem Heer im Jahre 1411 zum zweiten Mal. Nun wollte er durch einen unterirdischen Gang in die Stadt gelangen. Ein zum Tode Verurteilter Gefangener, der im Turm der Stadtmauer eingesperrt war, bemerkte die Wühlarbeiten des Raubritters. Als Bassewitz am Marktplatz aus der Erde kriechen wollte, überschütteten die Kyritzer Frauen ihn mit heißem Grützbrei. Die Bürger nahmen ihn gefangen und er wurde mit seinem eigenen Schwert hingerichtet.“ Die Kyritzer beschlossen zum Andenken an die Rettung der Stadt „am Montag nach Invocavit“ (sechster Sonntag vor Ostern) ein Lobefest zu feiern und begehen es bis heute jährlich mit einem Gottesdienst in der St. Marienkirche und der Verteilung von Hedwecken, einem süßen Gebäckstück.

Gegenüber vom Rathaus befindet sich die Berliner Volksbank, ein wunderbar restauriertes Jugendstilhaus mit einem detail- und schmuckreich dekorierten Innenteil – so erinnert die holzgetäfelte Schalterhalle an frühere Zeiten. Auf dem Marktplatz steht eine Friedenseiche, die 1814 nach dem Sieg über Napoleon gepflanzt wurde. Ursprünglich standen hier vier Eichen, drei davon sind dem Brand zum Opfer gefallen.

Kontakt

Marktplatz 1, 16866, Kyritz