Schinkelkirche in Glienicke

Diese kleine achteckige Kirche, ein architektonisches Kleinod, findet man in Glienicke, einem kleinen Runddorf nahe Wittstocks, zwischen Jabel und Zaatzke. Die einfache achteckige Form mit dem zugespitzten Turm hat die Kirche dem großen deutschen Baumeister, Karl Friedrich Schinkel, zu verdanken.

Der Vorgängerbau war baufällig und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch die kleine achteckige Kirche ersetzt. Karl Friedrich Schinkel war zu der Zeit Ober-Bau-Assessor in Berlin und beschied, dass die baufällige Kirche nicht mehr in der alten Form gebaut werden soll, da das beantragte Bauvorhaben zu aufwendig gewesen wäre. Er schlug die gegenwärtige Form vor, damit die Kirche „den Character einer kleinen Capelle erhält und in ihrer einfachen achteckigen Form durch ihre spitze Zusammenziehung den Thurm zugleich bildet“.

Im April 1815 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen und 1819 fand die Endabnahme des 2000 Taler teuren Kirchenbaus statt. Diese Kapelle ist für den Landkirchenbau von überregionaler Bedeutung – denn das zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war u. a. ein Jahrzehnt technischer und ästhetischer Umschwünge.  Der Entwurf steht am Anfang dieser Veränderung und ist ein Beispiel für Schinkels Einfachheit und kostengünstige Bauweise von Landkirchenbauten. Auf Rügen, dem kleinen Ort Vitt, steht ebenfalls eine von Schinkel entworfene achteckige, schlichte Kapelle.

Der Förderverein „Dorfkirche Glienicke“ e.V. kümmerte sich um die Sanierung und neue Nutzung der besonderen Kirche. Dafür wurde der Verein mit dem Karl-Friedrich-Schinkel-Preis der Schinkelgesellschaft im Jahr 2007 geehrt. Für Kirchenbesichtigungen und eventuelle Führungen können Hartmut Mäder, Tel. 03394 44 03 90 und Ingrid Blüschke, Tel. 03394 44 36 52 angefragt werden.

Kontakt

16909, Glienicke

Telefon: 03394 433314